5.2.07
Hab mich hart an die Grenze getrieben mit meiner Fahrt. War im Hinterland gestrandet in einer Stadt die Konni heisst. Hab mich mit letzter Kraft in ein furchtbares indisches Hotel gerettet, nachdem ich da wo ich hinwollte nicht hinkam. Voll native India, spricht niemand mehr englisch, no touris. Wenn ich wo halte, hab ich grad einen Haufen Leute rumrum und kann nicht mit ihnen reden. Die Strassen sind besser als ihr Ruf, bis auf wenn man wirklich auf die kleinsten Nebenstrassen kommt wie mir passiert gestern. Asthamundi hab ich noch gefunden, aber weiter wollte ich nicht, war schon zu muede und die Strasse wurde immer wilder und sehr bergig. Ich wollte da zu einem See. Aber der Dschungel ist wunderschoen und die Luft riecht nach Jasmin und es ist angenehm mild. Ich wende geh zurueck in die Stadt, in das einzige Hotel das ich finde, voll indisch. Kein Mensch zum Reden. Zum Essen muss ich in die Familiy Abteilung, da bin ich die Einzige und der Rest ist nur fuer Maenner, dies da Haufenweise hat. Verdrueck mich schnell in mein Zimmer und verschliess die Tuere und gehe frueh schlafen. Laerm die halbe Nacht. Hatte wieder einer Guerillatraum, so real, sah Baeume durch die Luft fliegen von den Explosionen, musste mich 2 x in Bunker verkriechen, war Gefangene. Habe mit Kindern gespielt da unten, wurde aber von meinen Leuten getrennt. Am Schluss war aber wieder Frieden. Unbedingt mal sehen falls noch nicht Bleep! What do we know! Preisgekroenter Doku 2004, Zusammenhaenge von Emotionen, Wahrnehmung und Quantenphysik. Das Gehirn unterscheidet letztendlich nicht zwischen verschiedenem Erleben, Real oder Traum, und wie wir unsere Gedankenmuster beeinflussen koennen und damit unsere Zukunft. Nicht wegem schoen, sondern wegem Interessant.
Habe mir bereits vorher eine halbe Lungenentzuendung geholt. Schwitzen und dann Fahrtwind ist Gift fuer mich. Binde mir gleich zwei Lunghis um die Brust und rette mich mit Silberwasser und Pfefferminztee noch von zuhause und Zwiebeln. Bin bereits wieder fit. Fahre wieder zurueck nach Varkala und bin erloest als ich im huebschen, kleinen Restaurant am Tempelteich sitze. Ja, das war Abenteuer pur, eine gute Erfahrung, aber anstrengend. Ich habe sehr viel gesehen und das Land ist viel schoener und sauberer als an der Kueste. Ich bring mich ueberall durch. Schoen gibts hier Breitbandinternet, ein Grund, wesshalb ich nochmals hierher nach Varkala kam , gefaellt mir eh besser als Kovalam. Mein Mitteilungsbeduerfnis ist gross, so allein unterwegs. Aber Tschaukats Paradise bei Vollmond war echt super.
Hab mir gleich ein Zimmer genommen gleich visavis, meine zweitletzte Nacht in Kerala, uebermorgen gehts nach Goa und treffe alte Freunde. Freu mich auf Gesellschaft. Geniesse nochmals etwas Beach und besuche den Hindutempel hier. Sehr eindrucksvoll. Fotografieren verboten, Eintritt ins Allerheiligste nur fuer Glaeubige Hindus. Hab gelesen und mich etwas vertieft in die ganzen Geschichten darum, das ewige Werden und Vergehen. Selbst die Goetter existieren in mehreren Reinkarnationen. Eine weitlaeufige Geschichte, die mich fasziniert, nachdem ich mich bereits in mehrere Religionen vertieft habe. Aber des interessanteste hier, wie Christen, Muslime und Hindus in Frieden und Toleranz zusammenleben. Hier ein Tempel, Tempelfest und 7 Tage sehr laut, dann wieder ein Muezzin der ruft, dh. es sind Lautsprecher, nur Kirchenglocken habe ich keine gehoert.
Gute Nachrichten von Christine, meiner Mitbewohnerin, das mit Thomas Ponys laeuft super, dh. reiten soviel ich will, wenn ich wieder zuhause bin. Ein Traum der sich erfuellt ohne das ich selber handeln muss. Die Idee reichte. Dann, meine alte Oma, mein Toeff wird wieder ganz. Michi, der Sohn der Freunde, die ich in Goa treff hat sich seiner angenommen, habe ihm Ausweis, Schluessel und Geld fuer Ersatzteile dagelassen, wird auch wahr.
Und, ich habe alles in die Wege geleitet fuer den Kunst- und Kuriositaeten-Markt, wie Rosenhof Zuerich, den ich im Sommer 5 Mal auf dem Gallusplatz veranstalten will, mit Kleinbuehne und Wirtschaft. Werd ich keinen Job suchen muessen wenn das so laeuft wie ich mir vorstelle und St. Gallen kann ruhig etwas mehr Farbe und Leben vertragen und die Sommer werden eh immer waermer werden.
3.2.07
Bin in Kappil in einem wunderschoenen Huette direkt an einer fast menschenleeren Beach. Vollmond da, ich glaub mein Herz zerspringt beinahe vor Freude. Es ist so unglaublich wunderbar. Mit dem Toeff reisen ist fuer mich kein Problem, meide aber grosse Staedte und auch den Highway. Ich muss ja nix und bleib grad noch eine Nacht.
Bei Letha war auch eine gute Erfahrung. lebt da mit ihrer Grossfamilie, Oma 93 strahlt mich nur so an, wir koennen kein Wort reden. Das leben da ist sehr einfach, aber auf dem Land ist es viel schoener und in den Huegeln da ist es auch kuehler. Mache am fruehen Morgen eine Wanderung, es sooooooo schoen. Dann 7 Sachen gepackt und weiter gehts. Jetzt wo ich so andere Gegenden sehe ist Kovalam grad nicht mehr so schoen, hat wirklich zuviele Touristen da und ist sehr teuer, seid ich weiss, dass ein Tagesverdienst da 30 Rupies ist, das zahle ich da fuer einen small pot of tea. Varkala ist schon etwas besser und hat sogar besseres Internet. Das erste Cargo ist bereits angekommen in der Schweiz.
Morgen gehts dann wieder weiter, fahr ich in die Berge, vielleicht Munnar, oder auch nur Perivar Wildschutzgebiet mit grossem See. Habe nicht soviel Zeit, da ich ja am 6. wieder in Kovalam sein muss, wegen Flug am 7. nach Goa. Super kann ich immer meine Sachen die ich nicht brauch im Nice House lassen. Werde in Goa gleich wieder eine Toeff auftreiben, aber mit all India Nummer. Goa ist sehr klein und die ueblichen Nummer darf nur im jeweiligen Bundestaat gefahren werden. Will aber noch weiter Rajastan und Karnataka rufen.
1.2.07
Habe meine 7 Sachen gepackt, heute Abend gehts los mit dem Motorrad. Am Nachmittag nochmal Treatment nach Wunsch, ich waehle nochmal Shirodhara, das Milchbad, das kuehlt so schoen. Gestern machte ich einen letzten Tag an der Beach, dafuer hatte ich heute Nacht Halsweh und fuehlte mich fiebrig, der Wind kuehlt, wenn man aus dem Wasser kommt. Aber ich bin ja Bestens versorgt mit meinem Silberwasser und es geht mir bereits wieder gut. So heissts heute Abend wieder alles loslassen und weiterziehen ins total Unbekannte. Wurlt schon ein bisschen. Aber Ganesh der Elefantenkoepfige Gott des Gluecks und Beseitiger aller Hindernisse tront auf meinem Helm und wird mich begleiten. Morgen ist Vollmond und auch die Nacht wird hell. Und ich freu mich Letha zu besuchen und auch Indien zu sehen wie es wirklich ist, ohne Touristen, von denen es hier nur so wimmelt.